{"id":1110,"date":"2015-07-18T12:58:38","date_gmt":"2015-07-18T11:58:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.eissner-dresden.de\/blog\/?p=1110"},"modified":"2015-07-18T12:58:38","modified_gmt":"2015-07-18T11:58:38","slug":"wie-ein-bild-hier-entsteht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.eissner-dresden.de\/blog\/?p=1110","title":{"rendered":"Wie ein Bild hier entsteht"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.eissner-dresden.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/6D_63736_400.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-1111\" src=\"http:\/\/www.eissner-dresden.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/6D_63736_400.jpg\" alt=\"6D_63736_400\" width=\"400\" height=\"267\" srcset=\"https:\/\/www.eissner-dresden.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/6D_63736_400.jpg 400w, https:\/\/www.eissner-dresden.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/6D_63736_400-300x200.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a>Mit der Sonne im R\u00fccken fotografieren kann jeder \u2013 sagt man. Gerade bei Gegenlicht ergeben sich aber oft wunderbare Stimmungen. Was das menschliche Auge dabei zu leisten scheint ist enorm. Scheint, denn die meiste Arbeit macht nicht das Auge sondern die interne Bildverarbeitung im Gehirn. Die ist n\u00e4mlich daf\u00fcr zust\u00e4ndig, dass wie scheinbar so extreme Helligkeitsunterschiede wahrnehmen k\u00f6nnen. Anhand eines Beispiels will ich kurz zeigen wie viel Aufwand oft in so scheinbar einfachen Aufnahmen steckt.<!--more--><\/p>\n<p>Die Sonne ist etwas geschw\u00e4cht durch den nicht ganz klaren Himmel, strahlt aber, zwei Stunden vor Sonnenuntergang im Juli, noch sehr kr\u00e4ftig! Im Mittelgrund ist das Felsmassiv der Pechofenh\u00f6rner, deren zu uns gekehrte Seite v\u00f6llig im Schatten liegt. Der Helligkeitsunterschied \u00fcberfordert jeden Kamerasensor. Ein Verlaufsfilter birgt das gesteigerte Risiko von Flares (Blendenflecken und Reflexen). Da sie Sonne bereits tief \u00fcberm Motiv steht und der Horizontverlauf nicht gradlinig ist, w\u00e4re ein Verlaufsfilter mit entsprechend hartem \u00dcbergang im Bild (f\u00fcr meinen Geschmack) zu sehr zu sehen. (W\u00e4re jedoch insgesamt eine Alternative.)<\/p>\n<p><strong>Vor Ort:<\/strong> Ein Stativ h\u00e4lt die Kamera. Der Bildaufbau kann in Ruhe \u00fcber einen Getriebeneiger (es tut nat\u00fcrlich auch jeder andere Stativkopf) erfolgen. Bei einer Belichtungsreihe kann man meist bei der Mehrfeldmessung der Kamera bleiben. Eingestellt ist eine Belichtungsreihe von 3 Aufnahmen (-2, 0, +2) und eine f\u00f6rderliche Blende, in dem Fall Blende 8 und nat\u00fcrlich als Dateiformat RAW. Nach dem Schafstellen ist der Autofokus abgeschaltet und auch die Bildstabilisierung (das tr\u00e4gt dazu bei, genau deckungsgleiche Bilder zu erhalten).Nach dieser Serie wird die Taste zu Belichtungsspeicherung (bei Canon die Sternchen-Taste) gedr\u00fcckt und mit einem Holzspatel, Eisstiel oder dem Finger die Sonne abgedeckt und eine zweite Serie aufgenommen. Jetzt haben wir 6 einzelne Belichtungen auf der Karte.<a href=\"http:\/\/www.eissner-dresden.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/reihe.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-1112\" src=\"http:\/\/www.eissner-dresden.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/reihe.png\" alt=\"reihe\" width=\"600\" height=\"106\" srcset=\"https:\/\/www.eissner-dresden.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/reihe.png 600w, https:\/\/www.eissner-dresden.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/reihe-300x53.png 300w, https:\/\/www.eissner-dresden.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/reihe-500x88.png 500w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Am Rechner:<\/strong> Bilder werden von der Karte importiert. Umbenannt in Ordner strukturiert und mit passenden Tags versehen. Dann in Lightroom importiert (wenn der Import nicht schon \u00fcber LR erfolgte).<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.eissner-dresden.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/flair.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-1113\" src=\"http:\/\/www.eissner-dresden.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/flair.jpg\" alt=\"flair\" width=\"400\" height=\"233\" srcset=\"https:\/\/www.eissner-dresden.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/flair.jpg 400w, https:\/\/www.eissner-dresden.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/flair-300x175.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a>Wie bef\u00fcrchtet zeigt sich eine deutlicher Blendenfleck. Ung\u00fcnstigerweise liegt er genau auf der Kante eines Felsens.<\/p>\n<p><strong>In Adobe Lightroom:<\/strong> Inzwischen verwende ich die \u201aHDR\u2018 Funktion von LR ganz gern (wobei dabei ja kein echter 32bit Bild errechnet wird). Ich lasse also beide Serien in LR jeweils zu einem HDR zusammenf\u00fcgen. Das zusammengef\u00fcgt Bild ohne abgedeckte Sonne wird jetzt passend entwickelt. Die Entwicklungseinstellungen werden dann auf das Bild mit abgedeckter Sonne \u00fcbertragen. Zus\u00e4tzlich werden die Einstellungen zur Vignettierung auch auf das unterbelichtete Bild der Grundserie \u00fcbertragen. Dann lasse ich LR die -2 Belichtung und die beiden HDR als Photoshop Ebenen \u00f6ffnen.<\/p>\n<p><strong>In Adobe Photoshop:<\/strong> Die Drei Ebenen lasse ich automatisch ausrichten (Modus Repositionieren reicht!). (Wenn man die Mischmethode auf Differenz stellt kann man sehr gut kontrollieren ob die Ebenen korrekt \u00fcbereinander liegen.)<\/p>\n<p>Im konkreten Fall konnte ich es mir recht einfach machen und den Himmel und die Sonne aus der Grundserie mit nicht abgedeckter Sonne per (stellenweise nachbearbeitetem) Verlauf in der Maske mit der Serie mit abgedeckter Sonne \u00fcberblenden. Damit sind mit einem Mahl alle \u00dcberstrahlungen und Flares weg. Da mir die LR HDR\u2019s aber noch leichte Halos (zu helle Zonen am \u00dcbergang von dunklen zu hellen Bereichen) zeigen, \u00fcberlagere ich das Ganze mit der unterbelichteten Aufnahme aus der Grundserie mit einer einfachen Luminanzmaske.<\/p>\n<p>Um feine Details im Bild selektiv zu betonen nutze ich eine selbstgeschriebene Photoshop Aktion, die sich an der freaky-details-technik von Calvin Hollywood orientiert. \u00dcber eine Maske werden die Bereiche mit betonten Details sparsam und dosiert im Bild sichtbar gemacht.<\/p>\n<p>Ein weiterer Schritt ist eine Ebene zur Reduktion der Farbs\u00e4ttigung im Bereich Blau (das betraf vor allem die Schatten der Felsen)<\/p>\n<p>Die Zeichnung der Felsen am Kleinen Winterberg verbessere ich im LAB Modus mit einer Ebenen und eine weitere dient einer leichten Betonung der warm-roten Farbanteile. Farbkorrekturen mache ich grunds\u00e4tzlich im LAB Modus. Was ich eigentlich nicht mache ist eine pauschale Einstellung der (Farb-) S\u00e4ttigung und schon gar nicht nach oben. Das produziert f\u00fcr meinen Geschmack schnell unwirklich bunte Bilder!<a href=\"http:\/\/www.eissner-dresden.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/screen1_ps.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-1114\" src=\"http:\/\/www.eissner-dresden.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/screen1_ps.jpg\" alt=\"screen1_ps\" width=\"577\" height=\"295\" srcset=\"https:\/\/www.eissner-dresden.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/screen1_ps.jpg 577w, https:\/\/www.eissner-dresden.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/screen1_ps-300x153.jpg 300w, https:\/\/www.eissner-dresden.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/screen1_ps-500x256.jpg 500w\" sizes=\"(max-width: 577px) 100vw, 577px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Damit sind die grundlegenden Arbeiten in Photoshop erledigt. Je nach Pr\u00e4sentationsmedium w\u00fcrde jetzt noch gesch\u00e4rft oder eine Ebene zur finalen Rauschminderung eingef\u00fcgt. Zuletzt wird noch einmal auf Fehler und Flecken kontrolliert.<\/p>\n<p><strong>Abschlie\u00dfend:<\/strong> F\u00fcr die Pr\u00e4sentation im Netz \u00e4ndere ich den Farbraum in sRGB und verkleinere das Bild auf eine Kantenl\u00e4nge von 1024 Pixeln. Das geschieht \u00fcber ein Macro das unter anderem ein mehrstufiges Verkleinerungsverfahren von Tony Kuyper (der mit den Luminanzmasken) verwendet. Als letztes kommt noch das NichtsAlsLicht Logo ins Bild.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit der Sonne im R\u00fccken fotografieren kann jeder \u2013 sagt man. Gerade bei Gegenlicht ergeben sich aber oft wunderbare Stimmungen. Was das menschliche Auge dabei zu leisten scheint ist enorm. 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