Neues Werkzeug

EOS6D(1. Ergänzung vom 1.5.)
Seit einigen Tagen freue ich mich an meinem neuen Arbeitsgerät – einer Canon EOS 6D

Zunächst war ich überrascht wie klein sich Vollformat anfühlt. 😉 Gegen die 7D sieht sie wie eine kleinere Schwester aus – trotz größerem Sensor. Die Bedienung fordert nicht viel aber doch einige Umstellung und das auch an Stellen, wo ich nicht damit gerechnet hätte.Das wichtigste natürlich vorab – die Bildqualität: was das betrifft bin ich begeistert, von der Belichtungssicherheit, dem Gewinn im Spielraum bei der Bildbearbeitung und dem Gesamteindruck.

Aber bleiben wir beim Haptischen und bei der Ausstattung.

Autofokus

Hier ist wohl der größte Unterschied, sowohl zur 7D als auch zur 5³. Ich persönlich nutze grundsätzlich nur den mittleren Sensor (der einzige Kreuzsensor) und lege nach der Messung den Bildausschnitt fest. (Auf dem Stativ gelegentlich auch den Kontrast AF im LiveView.) Daher stört mich die geringere Anzahl an Meßfeldern nicht. Da sie für meinen Geschmack ohnehin meist zu zentral liegen (nie liegt einer wo er wirklich hingehört, in den goldenen Schnitt) kann ich auf den Aufpreis von 61 Meßfeldern gern verzichten. Die Empfindlichkeit des Kreuzsensors ist gut, bei sehr starkem und direktem Gegenlicht (gegen die Sonne) kommt er natürlich schon auch mal aus dem Tritt, ist da aber deutlich weniger problematisch als bei der 5².

Bedienelemente

Der Joystick der 7 oder 5³ fehlt mir. Zum Bedienen der Wippe im Daumenrad muß man den Daumen schon stark anstellen. Die veränderte Lage der Rückschautaste dagegen stört nicht und auch die insgesamt niedrigere Anzahl von Tasten ist kein Problem.
Ein großes Problem habe ich dagegen mit dem Funktionswahlrad. Die Verriegelung und der fehlende Anschlag treiben mich in den Wahnsinn – obwohl sie doch als große technische Neuerung bei ihrer Einführung gefeiert wurden. Bisher schon ich das Rad mit dem Daumen bis zum Anschlag und dann ggf eine oder zwei Rasten zurück und hatte damit alle Einstellungen zurückgesetzt und befand mich in C3 bis C1. Das alles auch in der Bewegung mit einer Hand ohne hinzusehen. Nun geht weder das Drehen mit dem Daumen wenn die gleiche Hand die Kamera hält noch das Orientieren am Anschlag. Statt dessen muß man auf das Wahlrad schauen – ganz speziell wenn die Kamera auf dem Stativ steht und ich nicht mehr von oben auf die Symbole schauen kann (ich hab ein Stativ hinter dem ich entspannt aufrecht mit Okular in Augenhöhe stehen kann!) ist das sehr ärgerlich!

Serienbildgeschwindigkeit und SD Karten

Für Serien und schnelle Ziele greife ich auf die 7D zurück, die Serienbildrate spielt für mich also allenfalls im Abstand der Belichtungsreihe für HDR eine Rolle. SD Karten sind deutlich preiswerter, vor allem wenn man für einen längeren Urlaub zur Redundanz wirklich viel Kapazität braucht. (In der 7D habe ich daher zusätzlich bereits einen Adapter für SD-Karten im CF-Slot benutzt.) Zwei Slots würden die Sache flexibler machen aber das sehe ich derzeit nicht wirklich als unzeitgemäß oder einen echten Nachteil.

Echte Fortschritte und kleine Schritte zurück

Bei Belichtungsreihen gibt es neben 3 Aufnahmen nun auch die Möglichkeit 2, 5 oder 7 Aufnahmen in einer Reihe zu machen. Das begrüße ich sehr – allerdings wäre es Canon ohne Problem möglich diese Funktionalität auch z.B. in der 7 anzubieten oder nachzurüsten da es ja nur eine Funktion des Betriebssystems ist. Leider ist das Umschalten zwischen den Modi etwas tiefer in den Einstellungen verborgen. Ich habe die beiden Individualeinstellungen (C1 und C2) mit HDR Einstellungen belegt, einmal mit 3 einmal mit 5 Aufnahmen, mal sehen ob sich das bewährt. Dabei wird dann die geringe Anzahl der Individualeinstellungen deutlich wenigstens eine mehr (wie bei der 7D) wäre wirklich hilfreich!

D6_00619_A_400Das Potenzial aus einer RAW-Datei Tiefen und Lichter auszugleichen ist allerdings deutlich gestiegen. Hier sehe ich einen der ganz wesentlichen Vorteile des Vollformat-sensors. (Bild links wurde aus einer RAW Datei entwickelt)

Die neue HDR Funktion der Kamera scheidet für mich solange aus, solange die zugrundeliegenden RAW-Dateien nicht mitgespeichert werden. Da mag ich mich der Kamerafunktionalität nicht unrettbar ausliefern.

Ein erstes Resümee

Bildqualität und Potenzial des RAW sind eine deutliche Steigerung gegenüber der 7D (und damit mit Sicherheit gegenüber allen APS-C Modellen).

Leider macht sich der Beschnitt gegenüber der 5³ in der Bedienung bemerkbar. (Wenn er mir auch, um es ganz deutlich zu sagen, den Aufpreis und das Mehrgewicht nicht wert ist!)

Die GPS Funktionalität in der Kamera ist nett. WLAN hat sehr großes Potenzial sobald sich die App-Programmierer mal endlich darauf eingeschossen haben.

Ein wunderbares Werkzeug, es motiviert, es ist nicht zu verspielt um abzulenken aber es bleibt natürlich dabei das Bild wird hinter der Kamera gemacht!
(…wird fortgesetzt…)

 

Foto: Canon

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