Island – Winter 2014 | Teil II

zum Teil I

Der Süden

6D_14772_400Die erste Etappe führte von Keflavik über die Halbinsel Reykjanes entlang der Südküste nach Vík í Mýrdal. Das Wetter war freundlich, aber es wehte ein sehr steifer, kalter Wind. Zunächst ging es quer über die Halbinsel und dann entlang der Küste in Richtung Selfoss. Hier tanke ich zum ersten mal und überzeuge mich drei mal, auch wirklich Diesel in den Tank zu füllen. Das man in Island die PIN für die Kreditkarte beim Tanken braucht, kannte ich ja schon. Am kurzen Abzweig zum Urriðafoss gönne ich mir eine Fotopause. Urriðafoss
Allerdings wird das Ufer am Wasserfall schon von zwei Fotografengruppen belagert. Das raubt mir die Lust (und auch den Platz) an einer intensiveren Auseinandersetzung mit dem Motiv. Ein paar Fotos aus der Hand, dann ziehe ich wieder ab. Am Seljalandsfoss fahre ich gleich vorbei, kein Licht, und das winterliche Umfeld scheint mir hier nicht sehr attraktiv. 6D_14797_400
An den Südwänden der ehemaligen Steilküste gab es dann aber ein paar nette kleinere Fälle mit hübschen Vereisungen der umliegenden Felsstrukturen. Mein nächstes Ziel war der Skógafoss. SkogafossEs war gegen 11 Uhr und die Sonne hatte wegen der dünnen Schleierwolken nicht genug Kraft, um einen Regenbogen in die Gischt zu zaubern. Trotzdem blieb der Fall ein gutes Motiv und die scheinbar wenigen Möglichkeiten, ihn zu fotografieren boten trotzdem einige Variationen. Leider war kurz vor mir ein Bus gestrandet und es war entsprechend voll. Einige Zeit später wurde es endlich leerer. Ungefähr eine Stunde beschäftige ich mich dort, bevor ich weiterfahre in Richtung Vik.

6D_15322_400Dyrhólaey, der schwarze Strand von Reynisfjara und die Klippen waren die bestimmenden Motive hier. Die Ecke mit den Basaltsäulen und dem Blick hinüber zu den markanten Klippen war leider so dicht von einer Fotografengruppe belagert, das sich keine sinnvolle personen- oder stativbeinfreie Einstellung machen ließ. Dyrhólaey im SturmNach einigen Wechseln erlebte ich einen netten aber nicht spektakulären Sonnenuntergang mit Blick zum Kap Dyrhólaey. Der Sturm von Norden her hielt den ganzen Nachmittag und Abend über an. Er peitschte die Wellen und machte leider auch längere Belichtungen schwierig. Die anderen Fotografen hatten sich inzwischen weiter über den Strand verteilt und standen damit eigentlich immer irgendwie im Weg.
Für die Übernachtung hatte ich mich wegen des Preises für das Welcome Hotel und gegen das Hotel „Vík í Mýrdal“ vom letzten mal entschieden. Die Entscheidung tat mir sofort leid, die 30 Euro Aufpreis hätte es mir wert sein sollen! Nicht das das Welcome wirklich mies gewesen wäre, aber kein Vergleich zum tollen  „Vík í Mýrdal“. In der Nacht versuchte ich mehrmals, einen Blick aus dem kleinen Fenster zu erhaschen, aber es waren nicht mal Sterne zu sehen. Am Morgen war es zwar noch sehr windig, aber aufgeklart. Leider hatte ich mich mit der notierten Sonnenaufgangzeit völlig vertan und die Sonne schickte sich schon an, über die Felsen am Horizont zu steigen. Statt nach Dyrhólaey schaffte ich es gerade noch zum Stadtstrand. Das war natürlich ärgerlich! Das magere Frühstück ließ mich noch einmal wehmütig über meine Hotelwahl nachdenken, dann ging es weiter in Richtung Osten.
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Der große Mýrdalsandur war völlig verschneit. An vielen Stellen trieb der Sturm Schnee über die Straße. Das große bemoste Lavafeld ist mit dem vielen Schnee leider nicht sehr fotogen. Ich hielt mich auch nicht lange unterwegs auf, wollte das sonnige Wetter schließlich noch für die Fjaðrárgljúfur Schlucht nutzen. Nach dem kurzen Stück über die unbefestigte Straße (sicher auch mit PKW machbar) erreiche ich den Parkplatz am unteren Ende der Schlucht. Fjaðrárgljúfur SchluchtDas war doch anders und viel weniger spektakulär, als ich es mir vorgestellt hatte. Der angeblich schwierige und im Winter kaum machbare Abstieg in die Schlucht von der Brücke aus nahm sich völlig harmlos und gut ausgebaut aus. Zuerst aber folgte ich dem Rand ein wenig hangaufwärts, um von oben einige Blicke in die Schlucht zu werfen. Zunächst war ich noch skeptisch, die Wathose auszupacken und von unten in die Schlucht zu gehen. Was sollte es, wenn ich schon mal da war. Der erste Einsatz der Wathose (dicke Neoprenhose, Dam Fighter Pro neopren Wathosen ) war natürlich spannend. Selbst im Eiswasser erwies sich die Hose als angenehm warm und die Stiefel als trittsicher. Trotzdem war das Einsteigen in den Fluss über die Böschungen und Eisränder jedes mal etwas schwierig. Man musste mehrmals den Fluss queren und ein ganzes Stück auch direkt im Fluss waten, um dem Canyon zu folgen. Den Vergleich mit den Narrows im Zion fand ich dann aber doch völlig übertrieben. Die Lichtverhältnisse waren bei dem sonnigen Wetter schwierig, das geht bei bewölktem Himmel sicher etwas besser. So waren die Kontraste doch sehr hoch und kaum mit einer Belichtung zu bewältigen.
Weiter ging es in Richtung Jökulsarlon. Das Wetter hielt sich tapfer und ich hatte irgendwie den Drang, unbedingt noch bei Sonne an der Eislagune anzukommen. Daher fahre ich am Abzweig zum Sfatifoss und dann auch an der Zufahrt zum
Svinafellsjökull vorbei. Zwischendurch zog der Himmel zu, kurz vor Jökulsarlon aber schien wieder die Sonne.

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